CONSENSUS 2003
Die Idee
Die Beteiligten
Details
Presse
Schlussfolgerungen
Links
Disclaimer
Kontakt

Katastrophen und andere Großschadensereignisse gleich welcher Ursache treffen meist überraschend ein und können die örtliche Infrastruktur zeitweilig erheblich beeinträchtigen. Besondere Wetterlagen, wie Nebel und Blitzeis sind nur eines von vielen denkbaren Szenarien, die vorübergehende "relative Insellagen" entstehen lassen können und sowohl Hilfe "von außen" als auch den Transport Verletzter "nach außen" zeitweilig verhindern oder zumindest nur äußerst eingeschränkt zulassen. Aber auch ohne "relative Insellagen" ist damit zu rechnen, dass je größer die Anzahl der Verletzten, desto mehr die Regelversorgung vor Ort überlastet wird, auch weil zusätzlich zum Rettungsdienst "spontan" Verletzte in Krankenhäuser eingebracht werden und bis zum definitiven Transport vieler Verletzter in entfernte Krankenhäuser viele Stunden oder sogar Tage vergehen können.

Daher ist es notwendig, sich auf das synergistische Zusammenwirken aller örtlich vorhandenen Kräfte einzustellen, die zumindest so lange die bestmögliche Versorgung gewährleisten, bis auf den Standard der Regelversorgung weiträumig zurückgegriffen werden kann. Die Bündelung aller vor Ort verfügbaren Kräfte macht es erforderlich, über traditionelle Zuständigkeiten hinweg zu denken, personelle und materielle Ressourcen einer sich schnell findenden Organisationsstruktur zuzuordnen, um eine optimale Bewältigung der Lage zu ermöglichen. Örtliche Krankenhäuser bilden neuralgische Punkte, weil dort ein Großteil aller Schwerverletzten ankommt. Sie müssen schnell unterstützt werden. Es gilt dabei das Prinzip "Ankoppeln und optimieren". Hierzu gehört die Umwandlung des Krankenhausbetriebes vom normalen Wechsel zwischen Tagdienst und Nachtbereitschaftsdienst in einen 24 Stunden Hochleistungs-Vollbetrieb und Erweiterung der Sichtungs- Untersuchungs- und Behandlungskapazitäten einschließlich der Operationskapazität. Ebenso muß die Bettenkapazität sowohl für den Normalpflege- als auch für den Intensivpflegebereich erhöht werden.

Das Prinzip der führenden Unterstützung erfordert organisatorische Leistung, da allein die Bereitstellung von zusätzlichem Personal und Material wenig hilft, wenn diese zusätzlichen Ressourcen nicht kontrolliert mit den bestehenden Kräften verzahnt werden, zumal bei Großschadensereignissen schnell die normalen örtlichen Organisationsstrukturen an ihre Grenzen stoßen. Ebenso wichtig wie die Information und Erfassung von geeignetem örtlichem Personal und Material in Alarmpläne auf freiwilliger Basis, ist die regelmäßige Einübung und Optimierung flexibel nach Lage operierender dezentraler, erweiterter Organisationsstrukturen in den Krankenhäusern, um zu verhindern, dass die Katastrophe in die Krankenhäuser verlagert wird. Vernetzte Operationsführung bedeutet die Einrichtung einer Führungs- und Einsatzzentrale im Krankenhauses für die medizinische Bewältigung der Katastrophe. Sie koordiniert den Einsatz der Kräfte im Krankenhaus und hält Kontakt zur Rettungs- bzw. Katastrophenleitstelle, niedergelassenen Ärzten und anderen Stellen. Sie muß besetzt sein aus ärztlichen und organisatorischen Kompetenzträgern aller zusammenarbeitenden Kräfte. Dort finden sich Chefärzte, Pflegedienst- und Verwaltungsleitung des Krankenhauses ebenso wie die Leitung der neu hinzugekommenen Krankenhausunterstützungskräfte. Hierzu bedarf es eines führungsebenenübergreifenden und interoperablen Kommunikations- und Informationsverbundes, der alle beteiligten Personen, Stellen, Funktionseinheiten und Einrichtungen mit einander verbindet. Die Teambildung und Verzahnung muß auf allen Ebenen stattfinden. Interoperabilitätsfähigkeit und vernetzte Information muß für den Notfall ebenso geübt werden wie eine straffe joint operational Führung, um im Ernstfall Leben zu retten.


CONSENSUS 2003 Die Idee Die Beteiligten Details Presse [Schlussfolgerungen]Links Disclaimer Kontakt