CONSENSUS 2003
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Ausgangslage:

1. Rahmenlage:

    • Krankenhausversorgung
      Die Krankenhausversorgung in Standortnähe ist durch eine patienten- und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung durch die leistungsfähigen und eigenverantwortlich wirtschaftenden Partnerkrankenhäuser sichergestellt. Einsatz und Alarmpläne zur Mitwirkung am Katastrophenschutz sind erstellt und regeln die Umstellung des Krankenhausbetriebes. Kapazitätserweiterungen werden erreicht durch:
    • Freimachen von Betten durch Entlassen von Patienten,
    • Verlagerung in ambulante ärztliche Behandlung,
    • engere Aufnahmekriterien,
    • Schaffen zusätzlicher Betten und Behandlungsplätze durch das Aufstellen zusätzlicher Krankenbetten und Einrichten zusätzlicher OP-Räume.
      Die Planungen sind mit Rettungsdienst, Feuerwehr und mit den für den zivilen Katastrophenschutz zuständigen Behörden abgestimmt.
    • Rettungsdienst
      Als präklinische Versorgung ist im o. a. Bereich ein funktionierender Rettungsdienst aufgebaut. Im Rahmen der Bedarfspläne ist eine bedarfsgerechte und flächendeckende rettungsdienstliche Versorgung im Zuständigkeitsbereich sichergestellt.
    • Sanitätsdienst des zivilen Katastrophenschutzes
      Der aus freiwilligen Helfern bestehende Sanitätsdienst ist erst nach 2 Stunden einsatzbereit.

2. Eigene Lage / Krankenhäuser / Katastrophenschutz:

    • Kommandeur Reservelazarettgruppe 7319 führt mit Führungs- / Funktionspersonal und SanStOffz des Verbandes im Zeitraum 12.11.-16.11.2003 eine Truppenwehrübung Form 2 in AHLEN durch.
    • St. Barbara-Klinik / St. Franziskus-Hospital
      Normaler Regelbetrieb, die Häuser sind normal belegt. Ruhige Ambulanzlage, keine OPs.
    • Rettungsdienst
      • Die OrgL-Gruppe und die Gruppe der Leitenden Notärzte des Kreises Warendorf befinden sich in der Feuerwache Ahlen zur Durchführung einer Planübung.
      • Die mit dem DRK Ahlen befreundete SEG aus Hamm ist an diesem Abend mit Fahrzeug und Gerät ebenfalls in Ahlen, um sich bezüglich der Materialvorhaltung für einen Massenanfall von Verletzten auszutauschen.

3. Umweltbedingungen / Straßenlage:

    • nach heftigem Schneefall mit anschließend rapidem Temperaturabfall im Schadensgebiet, verbunden mit sogenanntem "Blitz-Eis", sind die Straßen nur eingeschränkt befahrbar,
    • zeitweise dadurch "Insellage" der Region AHLEN.
    • Ausgangslage ist die Einberufung von Teilen der Reservelazrarettgruppe 7319 zur Durchführung einer erweiterten Truppenwehrübung Form 2 in der Westfalenkaserne in AHLEN. Diese knüpft inhaltlich zunächst an die Phase II an mit:
    • Einschleusung,
    • Einweisenden Unterrichten,
    • Einrichten und Betreiben Gefechtsstand,
    • Fortbildungen in den Führungsgrundgebieten als Klassenausbildung.

    • Im weiteren Verlauf wird die Ausbildung, bedingt durch einen "Besonders schweren Unglücksfall" in AHLEN, "abgebrochen" und der Wechsel zur "Realversorgung" vollzogen.
    • Entsprechend des Auftrages im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung werden Teile des Ärztlichen Personals der Reservelazarettgruppe 7319 aus dem vorgesehenen Kriegsstationierungsobjekt an die Partnerkrankenhäuser zur Verstärkung entsandt.
    • Das "planbare" Großschadensereignis gibt es nicht. Insofern stellt das "zufällige" Zusammentreffen von Personal / Material und "Besonders schwerem Unglücksfall" eine Übungskünstlichkeit dar, die es zu akzeptieren gilt.

      Die wesentlichen Leistungen der Reservelazarettgruppe 7319 werden daher sein, innerhalb kürzester Zeit
    • fachlich qualifiziertes Personal bedarfsorientiert in die Partnerkrankenhäuser einzusteuern (Nutzung des klinischen Potentials),
    • diese in vorhandene Organisationsstrukturen / Organisationsabläufe einzubinden
      (Einheitliches Gesundheitssystem),
    • die Schichtfähigkeit der Partnerkrankenhäuser über einen längeren Zeitraum sicherzustellen (Kapazitätssteigerung),
    • die Partnerkrankenhäuser mit Sanitätsmaterial zu unterstützen,
    • um im Rahmen der Kooperation Hilfeleistungen in personeller und materieller Hinsicht sicherzustellen.

Übungszweck:

Erproben der Verfahren der Zusammenarbeit einer Reservelazarettgruppe mit einem Partnerkrankenhaus auf der Grundlage des Vertrages gem. gemeinsamer Erklärung BMVg / Deutsche Krankenhausgesellschaft vom 22.04.1999,

dabei:

  • Herauslösen von Sanitätsoffizieren aus einer laufenden Truppenwehrübung Form2,
  • unter Berücksichtigung zivilberuflicher Qualifikation / Erfahrung,
  • Integration in den laufenden Krankenhausbetrieb,
  • in der Bewältigung eines "Besonders schweren Unglücksfalles",
  • Zusammenarbeit des Direktoriums des Krankenhauses mit dem Leiter Verstärkungsgruppe Klinik,
  • Unterstützung des Leiters Verstärkungsgruppe Klinik durch Reservelazarettgruppe 7319 auf personellem und materiellem Gebiet.

Übungsteilnehmer:

  • Der Teilnehmerkreis wurde durch Reservelazarettgruppe Ausbildung 7319 festgelegt;
    Vorgaben vorgesetzter Dienststellen erfolgten nicht.
  • Bereits frühzeitig bekannte Ausfälle werden durch Nachforderungen kompensiert.
  • Teile des Fü/Fu Personals bzw. des MobErgPersonals werden geschlossen zu Beginn der Truppenwehrübung durch das Stammpersonal der Reservelazarettgruppe Ausb 7319 aufgenommen. Eine Trennung in Vorlauf und Hauptlauf ist nicht vorgesehen.
  • Das aktive Personal der Reservelazarettgruppe Ausb 7319 wird während der Übung "CONSENSUS 2003" in den Bereichen Steuerung / Auswertung / Funktionsdienst eingesetzt.

Übungsorte:

  • In der Vorbereitungsphase der Übung "CONSENSUS 2003" werden die Diensträume/ Ausbildungsräume der Reservelazarettgruppe Ausbildung 7319 im Block 105/1 der Westfalenkaserne genutzt.
  • Während der Übung werden sowohl die o.a. Räumlichkeiten als auch die der St. Barbara-Klinik und des St. Franziskus-Hospital durch das eingeteilte Personal, auf der Grundlage der Kooperationsverträge und in Absprache mit den betreffenden Partnerkrankenhäusern, genutzt.

Übungsablauf:

  • Der Funktionsbereich -Übungssteuerung- überwacht den Ablauf und ist für das zeitgerechte Einspielen der Einlagen/ ÜbVerletzten verantwortlich.
  • Das im Bereich -Auswertung- eingesetzte Personal hält unmittelbar Verbindung zur Übungssteuerung und "bewertet" veranlasste/ durchgeführte Maßnahmen i.V.m. den Verantwortlichen der Krankenhäuser.
  • Ziel ist das kontinuierliche "Abarbeiten" von Problemstellungen. Hilfestellungen sollen erst erfolgen, wenn der Übungsablauf im Ganzen gefährdet ist.
  • Übungsunterbrechungen zur Klärung von Sachverhalten sind nur durch die Leitung [Krankenhausleitung und Kommandeur (V)] zulässig.
  • Eine vorzeitige Beendigung der Übung bedarf ebenfalls der Zustimmung der Leitung.

Gedachter Verlauf 1

Gedachter Verlauf 2

Gedachter Verlauf 3

Übungsverletzungen:

  • Die Anzahl der Üb-Verletzungen wird auf 50 beschränkt, charakteristische Verletzungsarten sind darzustellen (mittelschwere bis schwere Verletzungen). Die Anzahl von Schwerstverletzungen ist auf 5 zu beschränken.
  • Wiederholtes Einspielen gleicher Verletzungsarten ist anzustreben, um die notwendige Routine in Untersuchung, Behandlung und Pflege zu erreichen.
  • Nicht geübt werden: ambulante Untersuchungen / Behandlungen: Alle Verletzten sind stationär aufzunehmen.
  • Nicht geübt werden: Versterben eines Verletzten / Abtransport von Verstorbenen. Wird dennoch durch einen behandelnden Arzt einer Üb-Station entsprechend seiner Prognose das Versterben eines Verletzten angenommen, so ist das Krankenblatt von der entsprechenden Üb-Station abzuschließen und an die Üb-Station "Aufnahme" zurückzugeben.

Verletzungsmuster (Beispiele):

Schädelhirntrauma; Rippenserienfraktur; stumpfes Bauchtrauma,; Schädelhirntrauma und Oberschenkelfraktur; Thoraxquetschung (Herz); stumpfes Bauchtrauma; Handgelenksbruch; Beckenbruch; stumpfes Bauchtrauma (Blase und Dickdarm); Oberarmfraktur, (Radialisparese); Bruch 2. Lendenwirbelkörper (Querschnitt); Quetschung Brustkorb, mit Luxationsbruch Schultergelenk; Frakturen (auch Kombination), Schulterluxation; Oberarmschaftkopf-Schaftbruch; Sprunggelenksluxationsfraktur; Tibiakopfbruch, Unterarmschaftbruch beidseitig, rechts Offen; Schädelhirntrauma, ausgedehnte Kopfplatzwunde, Ellbogenluxationsbruch, Kniescheibenstückbruch, offen; Bruch des 10. BWK; körperferner Speichenbruch Handgelenk; Bruch des 4 LWK mit Parese beider Beine; Oberschenkelbruch, links pertrochantär (hüftgelenksnahe); Bruch Mittelfuß; offener Tibiastückbruch; offener Handgelenksbruch; geschlossener Oberschenkelbruch.

Übungsstationen

  • Patientennachweis erfolgt durch das Partnerkrankenhaus.
  • Materialverbrauch:
    • Bereitstellung von Sanitätsmaterial aus dem Bereich der Reservelazarettgruppe Ausbildung 7319 in den zivilen Bereich sind nachzuweisen; Abgabezeiten zu erfassen.
    • Nachweisführung über Verbrauchsmaterial innerhalb der Abteilungen fällt in den Zuständigkeitsbereich der Partnerkrankenhäuser.

      Notfallpaket 20
    • Bei einem Großschadensereignis und bei Schadensereignissen mit einer größeren Anzahl Verletzter und Kranker ist eine ausreichende Bevorratung mit Arzneimitteln notwendig. Hierfür hält die Reservelazarettgruppe 7319 bei der Westfalenkaserne Ahlen Arzneimittel/Medizinprodukte sowie Sanitätsmaterial für den Betrieb eines Reservelazarettes von bis zu 1.000 Betten vor.

      Aus diesem Material und in Zusammenarbeit mit dem St. Franziskus-Hospital Ahlen, ist ein Notfallpaket für 20 Verletzte entwickelt worden. Dieses ist im Standortsanitätszentrum Ahlen gelagert und kann nach Anforderung durch die Rettungsleitstelle, durch bestimmte Fahrzeuge der Feuerwehr Ahlen, abgeholt werden.

      Durch die 24 Stunden-Bereitschaft im Standortsanitätszentrum Ahlen sind die telefonische Erreichbarkeit und die Auslieferung des Notfallpaketes zu jeder Tages- und Nachtzeit sichergestellt.

      Die Medikamente und Infusionen des Notfallpaketes werden vom St. Franziskus-Hospital Ahlen, kreislaufmäßig mitbenutzt und somit ständig neu ersetzt, so dass Verfalldaten eingehalten werden.

      Anforderung bei:
      Standortsanitätszentrum Ahlen
      Arzt vom Dienst (AvD) / Unteroffizier vom Dienst (UvD)
      Westfalenkaserne
      Hammer Strasse 360

      59229 Ahlen

      Tel.: 02382 / 764-2222

      Ansprechpartner:
      Kommandeur
      Reservelazarettgruppe Ausbildung 7319
      Westfalenkaserne
      Hammer Strasse 360

      59229 Ahlen

      Tel.: 02382 / 764-0, App.: 4512 /4555

      Abholung durch:

      Feuerwehr Ahlen

      Eine Übersicht der gelagerten Arzneimittel und Antidota liegt der Leitstelle vor.

Übungsorganigramm

Hauptziele

  • Ausbildungs- und Übungsmodul für Interoperabilitätsfähigkeit, Einsatzorientierung,
    Mass Trauma Management
  • Erweiterung von Sichtung und Untersuchung,
  • OP-und Pflegekapazitäten
  • Vorhandene Strukturen unterstützen durch: personelles, materielles und organisatorisches "Ankoppeln und Optimieren"

Nebenziele

  • Motivation zur Freiwilligkeit
  • Gewinnen durch Überzeugung und Begeisterung
  • Begrenzte Mittel mit Idealismus multiplizieren
  • Nutzung vorhandener ziviler und militärischer Ressourcen zur Verbesserung der Einsatz- und Interoperabilitätsfähigkeit

Rahmenleitung und Evaluationsteam

Die Rahmenleitung kann den gedachten Verlauf während der Übung nachsteuern, wenn dies geboten erscheint (z.B. Gefährdung der Realversorgung durch die Krankenhäuser, Optimierung des Verlaufs, vorzeitiges Übungsende aus wichtigem Grund). Zur Bewertung der Übung steht ihr ein Schiedsrichterteam aus erfahrenen Notfallmedizinern, Unfallchirurgen und Sanitätsoffizieren zur Verfügung.


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